Die Antwort in drei Sätzen
Für die meisten Edelstahlmöbel in Küche und Gastronomie ist V2A (Werkstoff 1.4301) die richtige Wahl: korrosionsbeständig, lebensmittelgeeignet und gut zu verarbeiten.
V4A (Werkstoff 1.4404 oder 1.4571) enthält zusätzlich Molybdän und ist deutlich beständiger gegen Chloride, also gegen Salz, Salzlake und chlorhaltige Reiniger.
V4A lohnt sich dort, wo solche Stoffe dauerhaft auf den Stahl einwirken. Überall sonst zahlen Sie mit V4A für eine Beständigkeit, die Sie nicht brauchen.
V2A und V4A im Überblick
| V2A | V4A | |
|---|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.4301 (X5CrNi18-10) | 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2) oder 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2) |
| Legierung | rund 18 % Chrom, 8 bis 10,5 % Nickel | rund 17 % Chrom, 10 bis 13 % Nickel, 2 bis 2,5 % Molybdän |
| Korrosionsbeständigkeit | gut gegenüber Wasser, Lebensmitteln und üblichen Reinigern | höher, vor allem gegenüber Chloriden wie Salz und chlorhaltigen Mitteln |
| Typischer Einsatz | Arbeitstische, Spültische, Schränke, Regale, Theken, Dunstabzugshauben | Fischverarbeitung, Salzlake und Pökeln, Umgebungen mit Meer- oder Schwimmbadwasser |
| Preis | Standard in der Gastronomie | deutlich teurer als V2A |
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Werkstoff angeben lassen
Seriöse Anbieter nennen die Werkstoffnummer. „Edelstahl“ allein sagt wenig: Günstige Möbel sind oft aus ferritischem Chromstahl wie 1.4016. Er enthält kein Nickel und ist weniger korrosionsbeständig als V2A.
Magnettest mit Vorsicht
V2A und V4A sind im Grundzustand kaum magnetisch, ferritischer Chromstahl dagegen deutlich. Durch Biegen und Kaltverformung kann aber auch V2A leicht magnetisch werden. Der Test gibt also nur einen Hinweis.
Verarbeitung prüfen
Achten Sie auf ausreichende Materialstärke und Verstärkungen unter Arbeitsflächen, saubere und nachbehandelte Schweißnähte sowie eine gleichmäßig geschliffene Oberfläche ohne scharfe Kanten.
Wann sich V4A lohnt
Für Arbeitstische, Schränke, Theken und Hauben in einer normalen Restaurant- oder Großküche reicht V2A in aller Regel aus. Unser Holzkohlegrill The Ocakbaşı ist zum Beispiel aus 1.4301 gefertigt.
So bleibt Edelstahl schön
Richtig reinigen
Warmes Wasser, ein mildes Reinigungsmittel und ein weiches Tuch reichen meist aus. Wischen Sie bei geschliffenen Oberflächen in Schliffrichtung und trocknen Sie danach ab.
Das sollten Sie vermeiden
Keine Stahlwolle und keine Drahtbürsten aus normalem Stahl: Abrieb setzt sich fest und rostet. Chlorhaltige Reiniger und Salzsäure greifen Edelstahl an. Wenn sie doch nötig sind, gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
Rostflecken entfernen
Braune Flecken sind meist Fremdrost, also Rost von fremden Eisenteilchen auf der Oberfläche. Er lässt sich in der Regel mit einem Edelstahlreiniger entfernen. Der Edelstahl selbst ist dabei nicht beschädigt.
Fragen zu V2A und V4A
Ist Edelstahl lebensmittelecht?
V2A (1.4301) und V4A (1.4404, 1.4571) sind die Standardwerkstoffe für den Kontakt mit Lebensmitteln und werden in Küchen, Fleischereien und der Lebensmittelindustrie eingesetzt.
Kann Edelstahl rosten?
Ja, unter ungünstigen Bedingungen. Häufigste Ursachen sind Chloride wie Salz oder chlorhaltige Reiniger, die zu Lochfraß führen können, und Fremdrost durch Eisenteilchen auf der Oberfläche. V4A ist gegenüber Chloriden deutlich beständiger.
Was bedeuten V2A und V4A?
Die Namen stammen von „Versuchsschmelze 2 Austenit“ und „Versuchsschmelze 4 Austenit“ der Firma Krupp aus dem frühen 20. Jahrhundert. Heute werden die Werkstoffe über ihre Werkstoffnummern bezeichnet, etwa 1.4301 oder 1.4404.
Welcher Edelstahl passt zu meinem Projekt?
Das hängt davon ab, was auf der Oberfläche passiert und wie gereinigt wird. Beschreiben Sie uns Ihren Einsatz, wir beraten Sie gern persönlich.
Quellen und weiterführende Informationen
- EN 10088-1: Nichtrostende Stähle, Verzeichnis der Werkstoffe
- Merkblätter der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Stand: September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.
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